Philosophie
Allgemeines zum Fach
Der Philosophieunterricht erzieht zu einem nachdenklichen Umgang mit Erfahrungen, Vorstellungen, Fragen und Problemen. Im Mittelpunkt steht der Mensch, der danach fragt, wie weit seine Erkenntnis reicht, an welchen Werten er sein Handeln und sein Leben mit anderen ausrichten soll, wie er sein Leben insgesamt glaubwürdig deuten soll.
Ausgangspunkt für das Philosophieren im Unterricht sind in der Regel Fragen oder Probleme unseres gegenwärtigen Lebens, − allerdings eingebettet in einen systematischen Zusammenhang eines
halbjährig zu bestimmenden Kursthemas. Jede/r, die/der sein eigenes Leben und das Leben um sich herum halbwegs aufmerksam wahrnimmt, kann sich z.B. folgende „philosophische“ Fragen stellen:
• Wie weit geht das Recht oder sogar die Pflicht des Staates, in das Leben seiner Bürger einzugreifen, z.B. durch Besteuerung schädlicher Konsumgüter wie Alkohol oder Benzin?
• Darf man ein Ehrenwort höher bewerten als das Gesetz?
• Wie verändert sich das Verhalten von Menschen, wenn sie beobachtet werden?
• Ist es unter bestimmten Bedingungen erlaubt zu lügen oder eigentlich nicht?
• Spielen wir Menschen ausschließlich Rollen oder gibt es einen unteilbaren Kern? Und wenn ja, wie soll man sich den vorstellen, mit welchen Begriffen fassen wir den? (Seele, Charakter, Gene…?)
• Welchen Einfluss haben andere Menschen auf unser Verhalten oder unseren Charakter?
• Darf die Wissenschaft alles tun, was sie kann, z.B. bei derSterbehilfe oder in der Genforschung?
Ziel des Philosophierens ist es, sich Klarheit über Zusammenhänge zu verschaffen, Begründungen zu prüfen und zu einem rational begründbaren Standpunkt zu gelangen. Wer philosophiert, möchte durch eigenes Nachdenken zu einer Überzeugung gelangen, will sich
aber auch mit den Gedanken und Ansichten anderer Menschen auseinandersetzen, sei es unmittelbar im Gespräch oder über die kritische Lektüre philosophischer Texte. Allerdings ist der Philosophieunterricht nicht historisch ausgerichtet. Ziel ist es nicht - und kann es auch nicht sein -, dass die Schüler und Schülerinnen am Ende der Oberstufe einen Überblick über die Geschichte der Philosophie erhalten haben. Trotzdem werden auch Texte und Positionen aus
Geschichte und Gegenwart herangezogen. Sie dienen entweder dazu, neue Gesichtspunkte in die Diskussion zu bringen oder selbst erreichte Ergebnisse durch philosophische Begrifflichkeit zu untermauern. Ziel des Philosophieunterrichts ist es, das eigene Denken und Problematisieren der Schülerinnen und Schüler zu stützen und herauszufordern.
Weitere Informationen
Was bringt Philosophie im täglichen Leben?(Geförderte Kompetenzen)
Wie werden die Inhalte meinem Kind im Unterricht vermittelt?(Methodik)
Welche Themen werden behandelt?(Lehrplan)
Diese und weitere Fragen und Themen werden in diesem PDF-Dokument behandelt